Über den Riesaer Appell

Der Riesaer Appell wurde im Jahr 2010 unter anderem von örtlichen Trägern
der Jugendhilfe und von Fachkräften der Sozialen Arbeit in Anlehnung an den
Magdeburger Appell initiiert.

Für den 12. März planen wir (der InitiatorenInnenkreis RA) die Neugründung
des ‚Riesaer Appell 2.0‘. Wir möchten damit auf die neuen gesellschaftlichen
Aufgaben – insbesondere auch in Bezug auf das Thema ‚Asyl‘ – reagieren.
Zudem wünschen und erhoffen wir uns eine gesellschaftliche Öffnung des
Appells für eine breite Teilhabe und Mitwirkung. Details zur Veranstaltung sind
in Kürze im Bereich ‚Riesaer Appell 2.0‘ nachzulesen.

Über zurückliegende Aktivitäten informiert die Seite http://lap-rg.deappell_logo_cmyk_300dpi
Sie können darüber hinaus in unserem >>Projektarchiv nachlesen.

Auf der Haupseite Riesaer Appell informieren Wir über aktuelle Aktionen.

 


 

Riesaer Appell: Demokratie heißt Hinsehen und Gesicht zeigen!

Jeder Mensch in einer demokratischen Gesellschaft hat das gleiche Recht auf
freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Das Gleichheitsprinzip ist in Deutschland
durch Artikel 3 im Grundgesetz fest verankert. Rechtsextreme Ideologien erkennen
dieses grundlegende Prinzip nicht an und wollen es gewaltsam außer Kraft setzen.
Dies darf die demokratische Mehrheit im Land nicht zulassen!

Seit Ansiedlung der “Deutsche Stimme Verlags GmbH” zusammen mit dem
Versandhandel „Pühses Liste“ im Jahr 2000 in Riesa ist eine steigende Präsenz
rechtsextremer Ideologen und Funktionäre, darunter Abgeordnete und
MitarbeiterInnen der NPD-Landtagsfraktion in unserer Region zu verzeichnen.
Die Strategie der Rechtsextremen, von der NPD als „sächsischer Weg“ bezeichnet,
ist der Aufbau eines bürgerlichen Images durch das Engagement auch im Bereich
der freien Kinder- und Jugendhilfe oder in öffentlichen Ehrenämtern, wie
Schöffentätigkeit oder Elternvertretungen. Wegschauen und die fehlende öffentliche
Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen haben zu einer schleichenden
Akzeptanz geführt.

Uns erfüllt diese Entwicklung mit großer Sorge. Vielfalt in unserem Gemeinwesen
braucht viele Betätigungsräume.

Unsere Kinder- und Jugendeinrichtungen sind Orte der kulturellen Vielfalt, der
Integration unterschiedlicher Menschen und der demokratische Auseinandersetzung.
Dabei sind die Grundwerte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit
für uns unumstößlich und Kompass unseres Handelns.

Hass auf Menschen, den die NPD permanent schürt und propagiert, werden wir jetzt
und in Zukunft nicht dulden. Die Niedertracht von Rassismus, Antisemitismus und
Neonazismus hat in unseren Einrichtungen keine Chance.

  • Solidarität bedeutet, über Rechtsverpflichtungen hinaus durch praktisches
    Handeln füreinander einzustehen. Solidarität mit rechtsextremen Gewalttätern
    schließt sich aus.
  • Toleranz bedeutet nicht nur, andere Denk- und Verhaltensweisen zu dulden.
    Toleranz endet, wenn in sich geschlossene Wertevorstellungen intolerant gegen
    den definitorischen Wert des Menschen, also seine Würde gerichtet sind oder
    diesen in Frage stellen oder in ein Verhältnis der Ungleichwertigkeit setzen.
  • Freiheit ist die Freiheit eines jeden, auch des Andersdenkenden. Für seine
    Freiheit einzutreten schließt den Verzicht von Eskalation von Gewalt ein.
  • Gleichheit gründet sich in der gleichen Würde aller Menschen.
  • Gerechtigkeit fordert einen Ausgleich in der Verteilung von Arbeit und
    Einkommen, Eigentum und Macht, aber auch im Zugang zu Bildung, Ausbildung
    und Kultur

Im Kontext des Gedankenguts von NPD und ihren SympathisantInnen werden
Menschen ausgegrenzt, verachtet, missachtet und auch gewaltsam angegriffen.
Das zerstört bewusst ein demokratisches Miteinander.

Dies steht im krassen Gegensatz zu den Werten, für die wir angetreten sind, in
unseren Projekten und Einrichtungen zu arbeiten.

Unterstützen Sie durch Ihre Unterschrift unter diesen Appell unser gemeinsames
Engagement für ein demokratisches Gemeinwesen.

Der Riesaer Appell wurde in Anlehnung an den Magdeburger Appell der
Arbeiterwohlfahrt verfasst.